14. Folge Vorstadtweiber im Romantikhotel Urania

Vorstadtweiber Drehort Hotel Romantikhotel Urania Wien Vienna ORF, 1030 Wien www.hotelurania.at
Sabina macht sich wieder an Bertram heran. Hadrian und Georg betrinken sich - beide haben gute Gründe. Als Caro Bertrams Datenstick findet, mit dem Dr. Heldt erpresst wurde, entdeckt sie darauf Bilder, die sie zum einem radikalen Schritt... Bild: (c) ORF

Vorstadtweiber, Folge 14.

Wir befinden uns auf halber Strecke der zweiten Runde der "Vorstadtweiber" und eine neue Ernsthaftigkeit zieht in die Serie ein. Die Fassaden bröckeln. Vor allem zwischen Hadrian "Hadi" (Bernhard Schir) und Caro Melzer (Martina Ebm). Der Banker wird nach einem Besuch des Revisors fristlos entlassen, leider ohne genaue Angabe von Gründen, was für den Zuseher ein bisschen unbefriedigend ist. Haben ihn nun seine Autobahn-Geschäfte oder die generell weite Auslegung von legalen Bankgeschäften zu Fall gebracht? Wir erfahren es nicht. Für ihn ist vor allem die Tatsache schmerzhaft, dass er das Bankgebäude sofort verlassen muss, ohne Abfindung und ohne Porsche, den er trotzig-kindisch noch mit einem langen Kratzer verziert (Streng genommen wäre das mutwillige Sachbeschädigung, er darf trotzdem ohne Konsequenzen von Dannen ziehen).

Und was tut man nach einem Rausschmiss? Man betrinkt sich. Er macht das am selben Abend mit dem immer noch unerträglich selbstmitleidigen Rollstuhl-Georg (Juergen Maurer). Die beiden sind allerdings nach einem kurzen Straßenboxkampf mit dem schönen Berti (Lucas Gregorowicz) zufälligerweise in Besitz von einem Datenstick mit Videoaufzeichnungen aus dem Puff gekommen. Und das, was sie sich da völlig verkatert reinziehen, nennen sie "Frühstücksfernsehen auf dem Pornokanal". Georg weiß jetzt also, dass sein Ex-Schwager Hadi wieder mit seiner Schwester Sylvia (Julia Stemberger) schläft und Berti den Gynäkologen Dr. Held erpresst. Wertvolle Informationen für einen Verzweifelten wie ihn.

 

Leider hat auch Caro den Datenstick entdeckt und sich zielgenau das für sie schmerzhafteste Video angesehen, während die beiden Herren am Wohnzimmerboden ihren Rausch ausschliefen. Also weiß nun auch sie, mit wem ihr Mann Hadi regelmäßig ins Bett hüpft. Und obwohl sie selbst nicht die Treueste ist (in Staffel eins sahen wir sie mehrfach bei konzentrierter Bettakrobatik mit Berti, in der aktuellen Folge steckt sie Dr. Held ihre Nummer mit den Worten zu: "Keine Anrufe, nur SMS."), wirft sie diese Neuigkeit aus der Bahn. Als ihr Hadi von seiner Entlassung erzählt, kontert sie mit überraschender Ehrlichkeit und eröffnet ihm, dass sie eine Tochter hat. Was danach folgt, ist das vielleicht ungewöhnlichste Geständnis der ganzen Serie: "Du wirst mir's eh nicht glauben, aber ich war nie wegen deinem Geld mit dir. Ich hab nur die Lügen satt, nicht nur deine, auch meine." Das wirkt nach allem, was wir von Caro bisher gesehen und gehört haben, nicht sooo glaubwürdig, aber die Szene ist den Schauspielern gelungen. Und irgendwie können wir nicht anders, als diese Caro mehr und mehr ins Herz zu schließen. Martina Ebm kann den Drehbuchautoren wirklich danken, ihre Figur macht die bisher spannendste Entwicklung durch.

 

Nicht geglückt ist hingegen die Szene, in der der frisch gebackene Arbeitslose Hadi beim Fahrscheinkauf am Automaten Hilfe von einer alten Dame (gespielt von Mundl-Ehefrau Ingrid Burkhard) bekommt. Auf einer Parkbank am Stubentor (offenbar im vergangenen Mai gedreht, wie das "Wiener Festwochen"-Schild im Hintergrund verrät) kommen die beiden ins Gespräch. Die alte Dame hat zunächst zwar Mitleid mit dem Mann ("Sie sind mir eigentlich sympathisch, obwohl sie eines von diesen Riesen-Arschlöchern sind.") und spendet ihm einen Jägermeister. Doch als sie erfährt, dass er ein korrupter Banker ist, wirft sie mit Klischee-Moral-Keulen um sich ("Am Ende ist sich doch jeder selbst der Nächste.") und sagt zum Abschied: "Darf ich ihnen noch einen Tipp geben: Tun's was für die Allgemeinheit und hängen sie sich auf."

 

Ein neuer, noch stummer Vorstadtmann

Besonders verzweifelt gibt sich immer noch Georg. Mittlerweile ist er auf den Geschmack des Lieblingsgetränks seiner Frau Maria (Gerti Drassl) gekommen und wird im Eierlikör-Dusel nicht unbedingt freundlicher. Alkoholiker sei er keiner, sagt er zu ihr, "ein Alkoholiker sauft ohne Grund, du allein bist schon hundert Gründe." Zu Beginn der Folge treffen wir erstmals auf einen neuen Vorstadtmann, den Partner der schwangeren Vanessa (Hilde Dalik). Doch der noch namenlose Mann, gespielt von Matthias Franz Stein, soll offenbar langsam eingeführt werden, mehr als Lächeln und konzentriert Synchronatmen in der Schwangerschaftsgymnastik darf er in der Folge noch nicht. Dafür machen wir uns immer größere Sorgen um die Männermörderin und Putzfrau Helga (Sandra Cervik). Sie verkraftet die Trennung von ihrer Kurzzeit-Liebe Sabine (Adina Vetter) nur suboptimal, zumindest lässt das ihre kleine Aktion zum Aggressionsabbau vermuten: Dutzende Messerstiche in die Matratze. Apropos Mordfall: Der Tod von Josef Steinberg bleibt weiter unaufgeklärt. Der ermittelnde Kriminalbeamte kostet sich stattdessen lieber durch die Speisekarte im Lieblingsbeisl der Serien-Mischpoche. Waltraud (Maria Köstlinger) erkennt reichlich spät, dass sie ihr Baby im Bauch nicht mehr verdrängen kann, bereitet sich nun also doch auf die Geburt vor und trennt sich zur Geldbeschaffung von Möbeln und Jagdgut ihres Mannes. Sie hat offenbar so viel zu tun, dass keine Zeit mehr bleibt, den Minister Schnitzler (Philipp Hochmair) weiter zu erpressen.

 

Die Vorstadt-Schwangeren bei der Geburtsvorbereitung. 

Eine neue Offenheit gibt es auch zwischen dem noch eher jungen Liebespaar Sabine und Berti: Er offenbart ihr, was sie ohnehin weiß, dass er nämlich viel Geld von reichen Leuten dafür bekommt, Politiker davon zu überzeugen, manche Gesetze "sagen wir mal, anzupassen". Darauf gesteht sie ihm, dass sie zu seinem und ihrem Schutz alle seine Unterlagen zum Autobahn-Deal verbrannt und einen Einbruch fingiert hat. Sichtlich gerührt von dieser Tat, schlägt Berti vor, gemeinsam abzuhauen. Doch die (Liebes-)Geständnisse kommen zu spät, denn die letzte Szene dieser Folge bringt eine überraschende Wendung, kurz gesagt: In der Vorstadt gibt es ab jetzt einen Haberer weniger.


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